Corona-Pandemie: Zwei Corona-Fälle bei Geflügelschlachter Plukon in Storkow

Die Geflügelschlachtung ist nicht zuletzt wegen des Preiskampfes in der Branche schon seit Jahren eine Fließbandarbeit – das gilt auch für die Produktion in Storkow.
MOZ ArchivDie beiden infizierten Personen des Geflügelschlachtbetriebes und ihre engen Kontaktpersonen seien umgehend isoliert worden und befänden sich in Quarantäne. Ihr Befinden werde durch die jeweils zuständigen Behörden überwacht. Der Produktionsbetrieb in Storkow laufe mit anderen Mitarbeitern normal weiter.
Plukon testet seit Mitte Juli
Das Unternehmen, so Kreissprecher Mario Behnke, führe seit Mitte Juli fortlaufend Testungen durch, die bis auf die jetzt aufgetretenen Fälle alle negativ waren. Zuvor habe bereits ein enger Austausch mit dem Gesundheitsamt des Landkreises über die Umsetzung des Hygienekonzeptes bestanden. Sensibilisiert durch die Gegebenheiten beim nordrhein-westfälischen Fleischbetrieb Tönnies sei das Gesundheitsamt auf fleischverarbeitende Betriebe im Landkreis zugegangen, habe diese begutachtet und beraten. "Das, was man bei Plukon auf die Beine gestellt hat, hat erst einmal gut funktioniert“, erklärt Behnke. Das Unternehmen habe aktiv reagiert und den Ernst der Lage im Blick. „Es ist auch im Interesse des Unternehmens, zeitnah reagieren zu können“, sagt Behnke.
Die beiden aktuellen Fälle waren Anlass für weitere Testungen von 119 Beschäftigten auf das SARS-CoV-2-Virus, die bereits am Mittwoch durchgeführt wurden. „Die Nachtestungen haben keine weiteren positiven Ergebnisse gebracht“, erklärt der Sprecher am Freitagvormittag. In dem Geflügelschlachtbetrieb mit mehr als 300 Beschäftigten werden täglich bis zu 130 000 Hähnchen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geschlachtet und verarbeitet. Zwischen 25 und 30 Lkw mit Tieren rollen täglich auf das Gelände. Ein großer Teil der Mitarbeiter kommt aus Polen und pendelt täglich. Anfang April sorgte das für Schwierigkeiten im Unternehmen. Bei einem Grenzübertritt müssten die Plukon-Mitarbeiter nach den damalig geltenden Regeln der Warschauer Regierung zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben.
Unterbringung im Hotel
Die Rückkehr zur Arbeit in Storkow wäre damit vorerst versperrt. Ein Teil der Plukon-Mitarbeiter war deshalb dauerhaft in Polen geblieben. Für 65 weitere hatte die Geschäftsführung Hotelzimmer in Bad Saarow und Fürstenwalde gebucht. Damit konnten zwar Engpässe verhindert werden, allerdings mussten einige weniger gefragte Produktlinien zwischenzeitlich aus dem Programm genommen werden.
Über die Herkunft der beiden positiv getesteten Mitarbeiter gibt es keine Angaben. Allerdings hat der Kreis am frühen Freitag auch mitgeteilt, dass aktuell vier Bewohner des Kreises nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind, drei mehr als noch zu Wochenbeginn. Die Betroffenen sind im Amt Odervorland und in der Gemeinde Rietz Neuendorf zu Hause.
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